Was macht eigentlich Ministerin Eisenmann beruflich?

Veröffentlicht am 15.05.2020 in Kreisverband

Frau Eisenmann ist eigentlich Kultusministerin in Baden-Württemberg und da würde man doch meinen, dass sie im Moment ganz gut mit Arbeit ausgelastet ist und zum Beispiel mit großem Eifer daran ist, die jetzt anstehenden Öffnungen bei der Kinderbetreuung in den Kitas zu organisieren und den Kommunen dafür klare Verordnungen an die Hand zu geben. Immerhin sind die Kitas seit Mitte März zu und da begannen die Planspiele für die Wiederöffnungen doch bestimmt am Tag darauf.

Möchte man so denken. Denkt man aber falsch. Frau Ministerin ist vermutlich zu sehr mit Wahlkampf oder so beschäftigt. Derweilen kotzen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Strahl. Mit berufsbedingter rhetorischer Zurückhaltung.

Eine Auswahl:

Martin Horn, Freiburg am 15. Mai
„… Seit dem 6. Mai gibt es die Ankündigung der Landesregierung, ab dem 18. Mai die Kitas schrittweise zu öffnen. Gerne würden wir als Stadt Freiburg diese Lockerungen umsetzen, aber außer der Ankündigung sind dafür notwendige gesetzliche Vorgaben nicht erfolgt beziehungsweise bis heute Nachmittag – Freitagnachmittag – nicht an uns Kommunen kommuniziert. Der versprochene konkrete Fahrplan fehlt somit bisher und wir müssen den Abend bzw. das Wochenende abwarten. Es ist kaum vorstellbar, wie ohne den notwendigen organisatorischen und planerischen Vorlauf bereits am Montag in den Freiburger Kitas ein „eingeschränkter Regelbetrieb“ stattfinden soll. Die Enttäuschung vieler Eltern kann ich daher gut nachvollziehen.“

Daniela Harsch, Tübingen am 13. Mai
„Die Frage, wie viele Kinder ab Montag in den Kitas betreut werden, ist keine Frage der Kurzarbeit. Es liegt bis heute keine Verordnung des Ministeriums vor, was wir unter "reduziertem Regelbetrieb" verstehen sollen. Es gibt kein Konzept für "rollierende Systeme". Und es gibt keinerlei Aussage des Kultusministeriums, wie wir mit Beschäftigten umgehen, die älter als 60 Jahre alt sind oder Vorerkrankungen haben. Es braucht klare Aussagen des Landes und keine "Pseudovorwürfe"."

Roman Götzmann, Waldkirch am 14. Mai
„Zur Stunde gibt es nach wie vor keine Verordnung aus dem Kultusministerium zur künftigen Betreuung in den Kitas. Die Regelungen dazu sollen am Samstag (!), 16.5., kommen! Ich erspare mir an dieser Stelle jeglichen weiteren Kommentar, wie ein solches Vorgehen einzuordnen ist. Verlässlichkeit sieht anders aus.
Damit bleibt es in der kommenden Woche ziemlich sicher bei der bisherigen Notbetreuung. Wir informieren die Eltern direkt, aber auch alle Interessierten hier, sobald es Neuigkeiten gibt.
Seien Sie versichert, dass unser Team im Rathaus sowie in allen Kita-Einrichtungen aller Träger alles daran setzen wird, die Betreuungsmöglichkeiten rasch auszubauen, sobald die Rechtslage dies zulässt.“

Andreas Stoch hat Recht, wenn er das im SWR-Interview anprangert: Ich habe das Gefühl, dass bei Frau Eisenmann die Grundschulen und vor allem auch die Kitas gar nicht so richtig im Bewusstsein sind und das erleben wir jetzt. Es gibt keine Konzepte beim Kultusministerium.“

Oswald Prucker

 

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